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Es hatte alles so gut geklappt: die Züglete meiner Werkstatt der Genüsse ging reibungslos über die Bühne, das Einrichten am neuen Ort im alten Mühle-Gebäude aus dem Jahre 1774 im wunderschönen Buechibärg war die helle Freude. Die Räumlichkeiten, in denen bis vor einigen Jahren die bekannten «Goldfarm»-Nudeln gemacht wurden, entpuppten sich als das, was ich mir gewünscht hatte: als perfektes neues Heim für meine bäckerische Leidenschaft.

 

Aber dann passierte das Unheil! Alles war schön geplant: auf den Valentinstag sollten die ersten Panettoni aus meiner neuen Werkstatt kommen. Die Vorbereitungen liefen wunderbar, die ganze Woche über hatte ich meinen Lievito Madre «aufgepäppelt» und er entwickelte sich so erfreulich wie ein Kind, das laufend gute Schulnoten nach Hause bringt. Die Eigelbe waren vom Eiweiss getrennt und warteten mit glänzenden Dottern auf ihren Einsatz, alle Zutaten für den ersten von für die Panettoni nötigen zwei Teige standen bereit...

Jetzt nur noch den Gärautomaten einschalten, in dem der erste Teig schön aufgehen sollte... Aber hoppla: nichts regte sich, das Gerät liess sich nicht einschalten, das Bedienungs-Display blieb schwarz!

 

Eine Katastrophe! Denn ohne Gärautomaten geht es am neuen Ort nicht. In meiner bisherigen Werkstatt brauchte ich keinen Gärautomaten – denn ich heizte jeweils mit einem Öfeli den ganzen kleinen Raum auf die für den Panettone-Teig nötigen 27 Grad. Das funktionierte prima. Durch die Tatsache, dass ich den neuen Raum mit der Schoggi-Werkstatt meines Schatzes Bruno teile, geht das nun nicht mehr. Denn die Schoggi hätte wahrlich keine Freude an einer 27 grädigen Raumtemperatur...;-)

Deshalb haben Bruno und ich unser mit der Schoggi- und Panettone-Hetrstellung Erspartes «zusammengekratzt» und uns einen niegelnagelneuen Gärautomaten geleistet. Eine für unsere klitzekleinen Werkstätten gosse Investition. Umso heller war dann die Freude, dass das zweimeterzehn hohe «Monstrum» a) rechtzeitig eintraf und b) tatsächlich durch die Türe der Werkstatt passte...

 

Und nun tat dieses niegelnagelneue Gerät keinen Wank! Alle Sicherungen ausgewechselt – nichts. Am Freitag die Service-Hotline angerufen: Hmmmm, Ratlosigkeit und «Das kann nicht sein, das Gerät ist ja schliesslich neu». Danke vielmal – das verd... Ding lief trotzdem nicht.

In meiner Verzweiflung kam mir in den Sinn, dass wir im Freundeskreis jemanden haben, der sich mit Steuerungen von elektrischen Geräten auskennt. Und der liebe Mensch erklärte sich spontan bereit, statt den Samstagabend mit einem gemütlichen Apéro einzuläuten, zu mir in die Werkstatt zu fahren und mit dem Messgerät systemstisch die ganzen Leitungen und Steuerungen durchzumessen...

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er den Fehler gefunden – und konnte ihn auch beheben! Das Display begann zu leuchten, das Gerät zu surren und mein Herz zu hüpfen... Daaaaanke vielmal, lieber Thomas!!!

Mir fiel ein tonnenschwerer Stein von den Schultern. Ich hatte schon Angst, eine Fehlinvestition gemacht zu haben. Denn wir konnten uns mit unseren Kleinwerkstatt-Möglichkeiten ja leider nicht den teuersten Gärautomaten leisten und ich befürchtete schon, auf einen «Mist» hereingefallen zu sein... (Nun ja, ein bisschen Mist muss es schon sein, sonst wäre er ja auch ohne Intervention unseres Freundes gelaufen – aber zum Glück nur ein bisschen, jetzt läuft er ja...;-)

 

Der einzige Wermuts-Tropfen ist die Tatsache, dass es nun leider nicht mehr reicht, die Valentinstag-Panettoni rechtzeitig auf den Valentinstag fertig machen. Das tut mir unendlich Leid für meine lieben Kund/innen, die bestellt hatten. Und es bleibt mir nur, Sie ganz herzlich um Entschuldigung zu bitten – und zu hoffen, dass Sie mir trotz diesem Fauxpas weiterhin die Treue halten...

Ganz herzlich, Doris Muff

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